Die Steuerberatung hat ein Image- und Nachwuchsproblem. Das liegt vor allem daran, dass viele Menschen ein veraltetes Bild des Berufs im Kopf haben.

Ein Gespräch mit den beiden geschäftsführenden Gesellschafter der augustin + nöbauer + partner Steuerberatung GmbH Astrid Graf und Daniel Nöbauer zeigt, wie vielseitig und innovativ der Beruf geworden ist.

Bieder, trocken und verstaubt.

Das sind nur drei der vielen Vorurteile, mit denen sich die Berufsgruppe der Steuerberater oft konfrontiert sieht. Doch die moderne Steuerberatung hat nichts mehr mit den Klischeevorstellungen zu tun, die den Beruf lange begleitet haben. „Ich glaube, dass junge Menschen ein veraltetes Bild vom Steuerberaterdasein im Kopf haben. Viele glauben, dass ein Steuerberater nur Belege erfasst und der Beruf nicht darüber hinaus geht“, erklärt Astrid Graf, geschäftsführende Gesellschafterin der augustin + nöbauer + partner Steuerberatung GmbH. Die Steuerberatung hat sich zu einem innovativen Dienstleistungsgewerbe entwickelt, in dem Einsatz, Fachwissen im Bereich IT und Kommunikationstalent gefragt sind.

Gewinner der Digitalisierung

Die Digitalisierung hat den Beruf grundlegend verändert und ihn interessanter, aber auch herausfordernder gemacht. Viele Standardabläufe werden von der Buchhaltungs- und Lohnverrechnungssoftware erledigt. Dadurch können sich Mitarbeiter mehr auf andere Bereiche konzentrieren, wie Daniel Nöbauer, geschäftsführender Gesellschafter der augustin + nöbauer + partner Steuerberatung GmbH, zu berichten weiß: „Der Beruf ist durch die Einbindung neuer Informationstechnologien vielfältiger und breiter geworden. Heute beraten wir, neben den klassischen Tätigkeitsbereichen, bei der Implementierung von Rechnungswesen-Prozessen, optimieren Organisationsabläufe und unterstützen Unternehmen bei der Digitalisierung.“

Nachwuchsprobleme

Trotz der vielen Neuerungen kämpft die Steuerberaterbranche mit Nachwuchsproblemen, und das obwohl eine Ausbildung in diesem Bereich der Schlüssel zu vielen weiteren Betätigungsfeldern ist: „Mittlerweile ermöglicht die Ausbildung beim Steuerberater, in vielen Tätigkeitsbereichen verschiedenster Unternehmen tätig zu werden“, so Daniel Nöbauer. Um den Anforderungen einer neuen Generation von Arbeitnehmern gerecht zu werden, können die Mitarbeiter von Graf und Nöbauer ihre Arbeitszeit flexibel einteilen und sind selbst für die Fertigstellung ihrer Aufgaben verantwortlich. Ein weiterer Schritt, der die Arbeit insgesamt interessanter und abwechslungsreicher machen soll.

Neues Ausbildungsmodell

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und bestehenden Mitarbeitern neue fachliche Perspektiven zu eröffnen, haben Astrid Graf und Daniel Nöbauer ein modulares Ausbildungsmodell konzipiert. Anstatt sich schon beim Einstieg in das Unternehmen für ein Tätigkeitsfeld zu entscheiden, können Angestellte frei zwischen vier Bereichen wählen und diese miteinander kombinieren. Dies ist vor allem für Arbeitnehmer interessant, die gerade am Anfang ihrer Karriere stehen: „Wenn ein junger Mitarbeiter gerade aus der Ausbildung kommt, weiß er oft noch gar nicht, wo seine Stärken liegen“, erläutert Astrid Graf.

Durch das neue Ausbildungsmodell können Mitarbeiter ihren Karriereweg selbst bestimmen. Sie sind dadurch motivierter und selbstbestimmter, was auch dem Arbeitgeber zu Gute kommt, der dadurch Angestellte im Unternehmen halten kann, auch wenn sie sich beruflich weiterentwickeln wollen.

Bereiche und Ausbildungsbausteine
  • Buchhaltung/Rechnungswesen
  • Personalverrechnung
  • Kanzleimanagement
  • Softwareberater für Rechnungswesen­tools und Digitalisierung (RuD)
Kombinationsmöglichkeiten:

Rechnungswesenberater (Buchhaltung/Rechnungswesen + Softwareberater RuD)

Der Rechnungswesenberater begleitet Unternehmen beim automatischen Import der Buchhaltungsdaten, der Digitalisierung und der Organisation des Rechnungswesens inkl. Ablaufüberprüfung. Natürlich ist er auch Ansprechpartner für Anfragen von Mitarbeitern der Kanzlei.

Personalverrechnungsberater (Personal­verrechnung + Softwareberater RuD)

Der Personalverrechnungsberater ist Experte für die Datenübernahme der Lohnverrechnungsdaten z. B. aus Zeitaufzeichnungssystemen. Weiter vertieft werden kann dies mit der Ausbildung Arbeits- und Sozialversicherungsrecht. Diese Weiterbildung ist die Basis für den Personalverrechnungsexperten.

Organisationsberater (Kanzleimanagement + Softwareberater RuD)

Die Organisationsberater sind für Prozessoptimierung in den Unternehmen der Klienten verantwortlich. Sie beschäftigen sich mit der Verbesserung der Büroorganisation und sind für die Prozessentwicklung bei den Klienten verantwortlich.

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Quelle: Bildung & Karriere in Tirol 2019, Interview: Daniel Feichtner