Wie wichtig war die Zeit im Ausland für Ihren weiteren beruflichen Werdegang bzw. für die Position, die Sie jetzt innehaben?

Johannes Hauser: Diese Zeit war für mich extrem wichtig – persönlich wie beruflich. In unserem Haus, dem Stanglwirt, arbeiten wir jeden Tag mit internationalen Gästen. Man muss bei uns in jedem Bereich über den Tellerrand schauen, um immer vorne dabei sein zu können. Sei es in der Küche, in der wir unsere regionalen Produkte international präsentieren, im Service oder in der Weiterentwicklung unserer Angebote. Diese Perspektiven kann man sich nur erarbeiten, wenn man im Ausland war und gesehen hat, wie in anderen Ländern und Betrieben gearbeitet wird.

Wie haben Sie die Zeit persönlich erlebt? Was konnten Sie mitnehmen?

Man sieht andere Kulturen, passt sich an die fremde Kultur an, lernt die guten, aber auch die schlechten Seiten kennen. Dabei holte ich mir das Beste von allem heraus. Man sieht dann auch, dass wir alle auf demselben Planeten leben. Wir sind alle gleich, auch wenn es kulturelle Unterschiede und andere Lebensmodelle gibt. Diese Einsicht hilft einem dann auch zuhause, mit verschiedenen Kulturen umzugehen. Dadurch sieht man die Dinge nicht mehr so eng und eindimensional.

Welche Tipps haben Sie für Tiroler, die auch gerne Zeit im Ausland verbringen würden?

Man sollte am Anfang, wenn man noch nie länger im Ausland war, nicht gleich so weit weggehen. Wichtig ist es, sich das Zielland ganz genau anzuschauen und gut zu recherchieren, ob das Land wirklich etwas für einen ist. Das geht heute mittels Internet ja sehr gut. Das Wichtigste aber ist, dass man sich wirklich auf das Land und die Kultur einlässt, in der man entschieden hat, eine Zeit lang zu leben.        

Zur Person

Johannes Hauser ist Juniorchef im Bio- und Wellnessresort Stanglwirt. Er leitet den Bereich Food & Beverage und ist für die hauseigene Biolandwirtschaft verantwortlich. Bereits während seiner Schulzeit absolviert er Praktika bei einigen Top-Gastronomiebetrieben Europas. Nach dem Zivildienst zieht es ihn für ein Trainee­programm zwei Jahre nach Hawaii.

Quelle: top.arbeitgeber 2019, Text: Daniel Schreier