Digitalisierungsboom in der Tiroler Wirtschaft

Egal ob Homeoffice, Distance-Learning oder Onlineshopping beim örtlichen Nahversorger – durch die Covid-19-Pandemie sind so viele Menschen wie noch nie mit dem Thema Digitalisierung in Berührung gekommen. Ein Trend, der sich auch nach Corona weiter fortsetzen wird.

Eine Zukunftsstudie der deutschen Bertelsmann Stiftung zur Frage, wie die Coronakrise die Arbeitswelt beeinflussen wird, belegt einen der wichtigsten Trends des Jahres 2020 in Zahlen: Die Coronapandemie beschleunigt die digitale Transformation unserer Gesellschaft und Wirtschaft wie kein Ereignis vor ihr. Von den 211 im Juli 2020 befragten Expert*innen glauben 85 Prozent, dass sich Homeoffice in Verbindung mit mobilen Arbeiten als alternative Arbeitsform etablieren wird und dass digitale (Kommunikations-)Tools zum allgegenwärtigen Arbeitsmittel werden. 92 Prozent gehen davon aus, dass die Krise die digitale Transformation in Unternehmen beschleunigen wird. Sie erwarten, dass vor allem digitale Dienstleistungen und Kundenkommunikationskanäle auch nach der Krise noch verstärkt zum Einsatz kommen werden.

Ausbau der digitalen Kompetenzen

Dieser Digitalisierungsschub bietet enorme Chancen, aber auch Herausforderungen. Gerade in großen Unternehmen mit einer Belegschaft, die mehrere Generationen überspannt, muss auf dem digitalen Wissensstand sehr unterschiedlicher Anwender*innen aufgebaut werden, um alle beim Ausbau der digitalen Kompetenzen mit an Bord zu holen und niemanden zurückzulassen. Um die Chancen dieser beschleunigten digitalen Transformationen zu nutzen, hat Tirols größtes Medienhaus, die Moser Holding, im Sommer 2020 das Programm MOHO.digital ins Leben gerufen, mit dem Mitarbeiter*innen des Unternehmens ihre digitalen Skills durch ein breites und spannendes Bildungsangebot vertiefen und erweitern können.

Die MOHO.digital-Projektverantwortlichen, Lisa Berger-Rudisch und Jasmin Eisendle, im Gespräch

Was sind die Ziele von MOHO.digital?

Lisa Berger-Rudisch: Wir evaluieren digitale Kompetenzen auf wissenschaftlicher Basis und fördern diese in einem ganzheitlichen Sinn. So rüsten wir uns im beruflichen wie privaten Alltag für die Herausforderungen der Zukunft. Es geht um Anwendungswissen, aber auch um Lust auf lebenslanges Lernen. Eine Lust, die wir bei allen wecken wollen: bei jenen, die sich schon total digi-fit fühlen, aber insbesondere auch bei jenen, denen die Anwendung digitaler Technologien manchmal Sorgen bereitet.

Welche Rolle haben die Erfahrungen der Coronakrise bei der Ausarbeitung des MOHO.digital-Programms gehabt?

Jasmin Eisendle: Die Coronakrise hat die digitale Transformation enorm beschleunigt und unseren Vorstand darin bestärkt, auch innerhalb des Unternehmens einen digitalen Schwerpunkt zu setzen. Gleichzeitig hat die Krise auch bei den Mitarbeiter*innen einen Bewusstseinswandel bewirkt. Wir haben – Stichwort Homeoffice – unter Beweis gestellt, wie flexibel wir sein müssen und können.

Was waren die größten Herausforderungen während der Ausarbeitung des Programms?

Lisa Berger-Rudisch: Wir haben bei den Kolleg*innen eine enorme Spanne, was digitale Anforderungen im Beruf betrifft. Dazu kommt, dass der Zugang zu diesem Thema sehr individuell ist, auch Hemmschwellen zu überwinden sind. Diese differenzierte Situation versuchen wir aufzulösen, indem wir voneinander und miteinander lernen können. Auch niederschwellig, in Form von Kolleg*innentipps im Intranet oder in gemeinsamen Onlinemeetings mit Expert*innen. Eine weitere Herausforderung war die Frage: „Wie kann man digitale Kompetenz in ihrer Komplexität überhaupt messen und vergleichbar machen?“ Dabei konnten wir besonders von der Partnerschaft mit dem Verein fit4internet profitieren, der auf Basis eines wissenschaftlich entwickelten Kompetenzmodells (Anm.: Digitales Kompetenzmodell für Österreich – DigComp 2.2. AT) CHECKs und QUIZzes anbietet, die wir regelmäßig einsetzen.

Können Sie mehr über die Schwerpunkte für das erste Jahr von MOHO.digital erzählen?

Jasmin Eisendle: Jeden Monat haben wir uns ein Schwerpunktthema vorgenommen. Das Themenspektrum reicht von der professionellen Gestaltung von Videokonferenzen über Podcasts, das Erkennen von Fake News bis hin zum Schwerpunkt digitale Handysignatur, die ja bald in die elektronische Identity übergeht. Neben laufenden Informationen und Kolleg*innentipps gibt es Onlinemeetings mit Gastexpert*innen und wir können uns für eine Vielzahl von externen Kursen einschreiben. Das zweite Halbjahr 2021 werden wir dem wichtigen Thema digitale Sicherheit widmen.

Digitale Kompetenzen für und in Österreich

Die Plattform www.fit4internet.at bietet Unternehmen,  Organisationen und Privatpersonen die Möglichkeit, zu verstehen, wie Digitale Kompetenzen definiert sind, diese erfasst werden und Interessierte sich weiterbilden können. Ziel ist es, eine breite Teilnahme der gesamten Gesellschaft an der Digitalisierung zu ermöglichen. Dabei ist es ein erster wichtiger Schritt, eine Einschätzung darüber zu erhalten, wie es um die persönlichen digitalen Kompetenzen steht. Hierfür wurde mittels CHECKs (Selbsteinschätzungsfragen) und QUIZzes (Wissensfragen) eine gemeinsame Grundlage geschaffen. Selbst an CHECKs und QUIZzes teilnehmen unter www.fit4internet.at

Infos zum Arbeitgeber Moser-Holding

  • Moser-Holding-Eisendle

    Jasmin Eisendle

  • Moser-Holding-Rudisch

    Lisa Berger-Rudisch

MOHO.digital – Digitale Fitness in Tirols größtem Medienhaus
Beitrag teilen: