„Die Krise ist die Hebamme des Neuen“

Matthias Strolz erfindet sich regelmäßig neu: Vom Unternehmer zum Parteigründer, über den Spitzenpolitiker, zurück zum Familienvater, Coach und Geschichtenerzähler. Im Rahmen des Tiroler Adlerforums hat top.tirol gefragt, was er aktuell macht, wie er die Krise sieht und wie es weitergehen könnte.

Herr Strolz, seit Ihrem Rückzug aus der Politik sind mittlerweile fast genau zwei Jahre vergangen. Was machen sie aktuell eigentlich so?

Ich in Unternehmer und Impact-Entrepreneur. Mir geht es darum, Wirkung zu erzielen, wo es mir sinnvoll erscheint, wo ich etwas lernen kann und wo ich etwas beitragen kann. Dort packe ich an. Zum einen als Autor und Publizist. Dazu kommen Fernsehprojekte. Das zweite Feld sind Organisationsentwicklung und Coaching, wo ich Organisationen und Einzelpersonen in Entfaltungsprozessen begleite. Das ist ein Hebel, der mir taugt und wo ich das Wachstum von Gutem beschleunigen kann. Und zu guter Letzt bin ich an der Geschichten-Plattform story.one beteiligt. Ich bin also bunt aufgestellt. Aber ich will nicht exklusiv in einem Unternehmen tätig sein, sondern bin Gärtner des Lebens und kultiviere Felder – und da auch gerne mehrere.

Wie ist das Leben eines „Zivilisten“ im Vergleich zu dem eines Politikers?

Ich habe viel mehr Freiheit und Zeit für die Familie. Und das ist sehr wichtig. Die ersten Jahre der NEOS-Geschichte war das gut vereinbar, weil meine Frau einen starken, zeitlichen Fokus hatte. So war es mein Glück, dass ich mich für die gesamte Gründungsphase zur Verfügung stellen konnte, ohne, dass es familiär ein Problem war. Aber irgendwann waren dann auch die Energie, die Kraftreserven und die Nerven ausgefahren. Und dann war es Zeit, zu übergeben. Zum Glück zu einem Zeitpunkt, als ich zum ersten Mal auch gut ersetzbar war. Das ist eine Freude und ich bin sehr dankbar, dass es gut geklappt hat und die Bewegung gut weiterwächst.

Angesichts der aktuellen Situation: Wären Sie gerade lieber Politiker oder Unternehmer?

Die Frage stellt sich eigentlich nicht. Ich lebe im Hier und Jetzt. Und da bin ich vor allem in der Vaterrolle gefordert. So, wie ich diese lebe, ist es mit einem spitzenpolitischen Job nicht vereinbar. Zudem hat heute meine Frau mehr außerfamiliäre Interessen und Engagements. Und das ist fair so. Alles hat seine Zeit.

Natürlich bin ich auch ein politischer Kopf und so reißt es mich jeden Tag in Zeiten wie diesen. Und ab und zu versuche ich mich auch im Hintergrund oder mit einem öffentlichen Beitrag einzubringen. Aber grundsätzlich will ich nicht Ersatzpolitiker spielen. Da braucht es Rollenklarheit.

Sie haben sich ungewöhnlich früh aus der Politik verabschiedet. Woran haben Sie gemerkt – oder woran merkt man generell –, dass es der richtige Zeitpunkt ist, einem Karriere-Abschnitt den Rücken zu kehren?

Ich glaube, dass die Stimme des Herzens da sehr klar sprechen kann. Die Frage ist, ob wir unser Herz hören und verstehen. Das ist eine Sprache, die wir erst lernen müssen. In Schulen wird nur der Kopf trainiert aber nicht Bauch, nicht Intuition und auch nicht die „Herzintelligenz“. Ich bin da auch Anfänger, aber in einem ausreichend fortgeschrittenen Anfängerstadium, um das auch gehört zu haben.

Mir war es immer wichtig, Politik nicht anhand von Umfragen oder anderen Verführungen zu machen, sondern aus der reinen Quelle eines inneren Ortes. Und der hat mir irgendwann auch die Erkenntnis befohlen, dass meine Gründungsaufgabe abgeschlossen ist. Da war es dann Zeit, die Verantwortungen zu übergeben. Hätte ich das nicht getan, hätte ich den unausgesprochenen Deal mit meiner Familie untergraben. Mit der Erkenntnis, dass ich zum ersten Mal gut ersetzbar war, hat die Vaterrolle vehement zu fordern begonnen. Und das ist auch gut so. Es hat alles seine Zeit.

Ist der Umstieg schwergefallen?

Es war schon eine Herausforderung. Aber ich bin es grundsätzlich gewohnt, an dem Punkt zu gehen, an dem ich glaube ersetzbar zu sein. Als systemischer Organisationsentwickler habe ich da einen sehr wachen Blick, was es für einen gelungenen Aufbau braucht. Es gibt die meisten Vereine noch, die ich mitbegründet habe und die meisten Unternehmen. Und die Partei gibt es auch noch. Meistens geht es den Organisationen mitunter dann sogar besser, wenn ich weg bin. Das nehme ich nicht persönlich, sondern das ist ja wunderschön, wenn das aufblüht. Es soll ja nichts davon eine One Man Show sein.

War das für Sie Teil Ihrer Selbstverwirklichung?

Alles ist Teil der Selbstverwirklichung – das Familiendasein jetzt und die Politik davor. Ich habe einen starken „kollektiven Anteil“ in meinem Wesen. Mich zieht es auch immer in die Gemeinschaft. Ich habe mit 13 Ministrantenwochen auf die Beine gestellt, war Schulsprecher, habe Kuchenbuffets für Elternsprechtage zugunsten der Krebshilfe organisiert, war Landesschulsprecher und ÖH-Vorsitzender, zehn Jahre in der Dorfmusik und mehr. Dieses gemeinsame Anpacken und gemeinsam Lösungen suchen fasziniert mich. Deswegen hat es mich auch in die Politik gezogen. Das ist alles ein Wesenszug. Und wenn du deinen Wesenskern verrätst, dann vergiftest du dich. Ungelebtes Leben vergiftet. Deswegen ist es auch menschliche Pflicht, Talente zu leben. Deswegen bin ich immer so auf der Bildungspolitik herumgeritten. So viel Talent kommt nicht zur Entfaltung, weil wir es den jungen Menschen versauen oder sie gar nicht die strukturellen Möglichkeiten dazu haben.

Stichwort Selbstverwirklichung: Gibt es diese im beruflichen Rahmen überhaupt noch? Oder ist der Job mittlerweile nur noch Mittel zum finanziellen Zweck?

Die gibt es auf jeden Fall noch – ich würde sogar sagen, mehr denn je. Mit New Work haben wir mehr Freiheiten gewonnen. Roboter und lernende Maschinen nehmen uns immer mehr monotone Arbeit ab. Es gibt noch genügend „Scheiß-Hacken“, das ist keine Frage. Wobei man da vorsichtig sein soll, und nicht überheblich. Es gibt bei allem Menschen, die sich dafür begeistern können. Ich habe bei Musikfesten früher am liebsten zwei Tage lang Pommes und Limonade verkauft. Ich war Briefträger im Hochgebirge. Du kannst jeden Beruf mit Leidenschaft machen. Es geht sich nicht für jeden im Rahmen seines Lebens aus in einem Job anzukommen, wo man mit Leidenschaft dabei ist. Aber jeder kann es versuchen. Und Dinge reißen ja auch wieder ab. Man findet neue Leidenschaften, fängt wieder als Lehrling an und strebt nach neuer Meisterschaft.

So eine Karriere braucht ja auch Entwicklung und Planung. Das ist gerade alles andere als einfach. Wird die in Ausbildung befindliche Generation aufgrund der Krise langfristige Nachteile erleiden?

Materiell befürchte ich schon. Sie sind Kinder der Krise. Und Generation Corona ist ja schon jetzt nicht die Leichtigkeit des Seins. Alleine, wenn man zwischen 16 und 25 über Monate quasi eingesperrt ist, ist das eher mäßig lustig. Dazu kommen noch die langfristigen Einschnitte und Verwerfungen. Corona ist ja nächstes Jahr nicht vorbei. Diese Krise wird uns für Jahre erhalten bleiben und nur ihr Gesicht ändern. 2014 haben wir im Parlament tagelang über Griechenland diskutiert. Das war ein unmittelbarer Ausfluss der 2008er Krise. Wir können davon ausgehen, dass wir 2024 in Krisen stehen, die Folgedetonationen dieser Covid-Verwerfungen sind – auch wenn wir dann möglicherweise längst immun sind. Das wird uns in einem Ausmaß beschäftigen, wie wir uns noch nicht vorstellen können. Wir wissen nicht, wo die Krise sich verselbständigt. Wir müssen wachsam sein. Wir haben nur eine Sicherheit: Sie wird da sein. Auch in einigen Jahren noch. Mit welchem Gesicht ist offen. Aber das ist natürlich ein Hammer für diese Generation.

Und wie können wir dem begegnen?

Eine langfristige Strategie ist da noch nicht absehbar. Wahrscheinlich wird es zu so etwas wie einer Normalisierung kommen. Die Krise gehört zum Menschen dazu und wir hatten jetzt zwei Generationen, die irgendwo in der Illusion aufgewachsen sind, Krisen seien hinter uns. Nein! Bisher haben wir den Reset der Gesellschaft immer über Krieg veranstaltet. Wir wissen gar nicht, ob etwas wie die Revitalisierung unserer Sozialsysteme ohne Krieg überhaupt möglich ist. Wir haben keinen historischen Beleg dafür. Die Demokratien sind noch jung und wir haben es noch nie nachjustieren müssen im großen Stil. Möglicherweise sind wir irgendwann dankbar dafür, dass das über Krisen geht und nicht über Kriege. Aus der jetzigen Perspektive sind alle Dinge offen. Die Krise an sich gehört jedoch seit Menschengedenken dazu. Das ist auch Teil unserer DNA.

In drei Punkten: Wie würden Sie die Wirtschaftskrise überwinden?

Da hätte ich schon einige Ideen. Da braucht es aber vier Punkte. Ich würde rabiat den Faktor Arbeit um die Hälfte entlasten. Den Menschen soll mindestens ein Drittel mehr Einkommen bleiben. Dazu gibt es eine ordentliche CO2-Steuer. Die betrifft dann zwar viele, hat aber Steuerungscharakter. Und den brauchen wir. Dazu kommen dann noch eine europaweit koordinierte Finanztransaktionssteuer und – ganz wichtig! – eine Digitalsteuer. Das ist eine Frage der Fairness und der Fortsetzbarkeit unserer Sozialsysteme ob wir die großen Konzerne in die Steuerpflicht bekommen. Aggressive Steuerplanung und Steuerflucht entziehen den EU Staaten über 800 Milliarden Euro pro Jahr. Das ist nicht nix. Und das sind Gelder, die wir in unseren Gesellschaften brauchen.

Das sind alles politische Maßnahmen. Was können Unternehmen individuell tun, um die Entwicklung in den Griff zu bekommen?

Da gibt es kein Patentrezept, weil jedes Unternehmen anders gewickelt ist. Man muss sich anschauen, was Sache sein wird für verschiedene Branchen und individuelle Unternehmen. Es gibt nur eine Marschroute, die mir verbindlich für alle erscheint: Unternehmen müssen signalresonant, wachsam und aktiv bleiben. Ein Beispiel: Ich war zum Höhepunkt der ersten Covid Welle vor den Toren Wiens wandern. Da ruft aus den Bögen eines Heurigen eine Frau: „Wollts ein Eis?“ Meine Kinder haben sich gefreut, es war gerade Frühjahr, schönes Wetter und es war eh alles zu. Dann hat die aus diesen Heurigen-Bögen raus Eis verkauft. Erstens weiß ich nicht einmal, ob sie das überhaupt darf, zweitens hat sie dabei sicher nichts verdient und drittens hat sie meinen vollen Respekt und meine Sympathie, weil sie dranbleibt, weil sie was versucht und was probiert. Man kann geradezu riechen, wenn man an Beisln vorbeigeht und an Restaurants, welche überleben werden und welche nicht. Wer probiert und tut, wird gestärkt aus der Krise hervorgehen. Wer sich als Opfer sieht und sich – darauf wartend, bis alles vorbei ist – zurückzieht, wird wahrscheinlich unter den unternehmerischen Corona-Toten sein. Es wird kaum jemand so weitermachen können, wie davor. Aber es wird eine Explosion an Chancen geben. Die Irritation ist Mutter der Innovation. Und wir haben so viel Irritation wie noch nie seit 1945. Und deswegen wird die Innovation so groß sein, wie noch nie seit 1945. Das wird ein Ozean an Chancen sein. Da wird für Jeden was dabei sein. Der Unterschied wird darin liegen, ob ich willens und bereit bin, die Chancen zu sehen und zu nutzen.

Also ein Phönix aus der Pandemie-Asche?

Auf jeden Fall für alle, die die Türen sehen können, die sich da auftun werden. Die Krise ist die Hebamme des Neuen. Ohne Zwicken kommt gar nichts auf die Welt. Das fängt beim Menschen an. Wer schon einmal eine Geburt miterlebt hat, weiß, dass man da nahezu fassungslos danebensteht als Mann. Es ist ein Zwicken, Winden, Spannen. Dann ist das Neue da. Und wenn man so will, sind wir gesellschaftlich, aber auch unternehmerisch, im Kreissaal. Da wird Neues geboren.

Also plädieren Sie für den potenziell lohnenden Sprung nach vorne, anstelle des ressourcenschonenden Stillhaltens.

Man muss immer mit Augenmaß fahren. Freilich sollte man nicht alles auf eine Karte setzen und dann, wenn die nicht ausgespielt werden kann, ist man unternehmerisch tot. Das nicht. Aber natürlich geht’s jetzt darum, auch in die Investition zu gehen. In die Kreativität und ins „Prototyping“ zu gehen. Dieses Eis zu verkaufen, das wird nicht das Geschäft von morgen sein von dem Heurigen. Aber sie haben sich ausprobiert. Ein Tischler beginnt einen Webshop aufzugleisen. Wann, wenn nicht jetzt? Und das gilt für alle Bereiche. Dass man auch genau drauf schaut, was ist meine Essenz als Unternehmen. Was ist meine Zwecksetzung? Wozu sind wir in die Welt gekommen? Und, ja, die Rahmenbedingungen ändern sich. Wie könnte ich mein Angebot und meine Dienstleistung ausdrehen, damit ich sie mit gleichem Selbstbewusstsein aber in andere Darbringung auf den Markt gebe. Und wo könnte ich kooperieren, mit wem könnte ich kooperieren? Deswegen sehe ich auch die Kurzarbeit in dieser Phase jetzt hochproblematisch. Ich glaube, dass es ganz wichtig war, dass wir die hatten. Aber zusehends in den Herbst hineinwachsend bedeutet das eine Lähmung des Unternehmens auch kreativ.

Die „neue Normalität“ und der „Babyelefant“ werden uns noch lange an 2020 erinnern. Wie sehen Sie als Kommunikations-Experte diese „Verschlagwortung“ und die aktuelle Krisenkommunikation an sich?

Naja, sie ist notwendig. Wir kommen nicht ohne Schlagworte aus und jede Zeit hat ihre Buzzwords und ihre besonderen Vokabeln. So etwas Einschneidendes wie Corona muss seine eigene Sprache bekommen. Insofern bin ich da pragmatisch und sage: so ist es halt. Das ist nur logisch.

Und die aktuelle Krisenkommunikation an sich?

Der Aufmarsch an täglichen Pressekonferenzen, und das Zwingen der Medien in eine Verlautbarungslogik ist mir eher auf die Nerven gegangen. Da gibt es Länder, die das mit mehr Transparenz und Einbindung von Experten gemacht haben. Ich verstehe die politische Logik dahinter und die Idee, Leadership aufzubauen. Mancherorts war es mir zu viel Pseudo-Leadership. Dabei wäre es genau die Stunde der internationalen Zusammenarbeit gewesen. Zum ersten Mal in der Geschichte waren Milliarden Menschen auf diesem Planeten vom selben Phänomen unmittelbar in ihrem konkreten Alltag massiv betroffen. Wann, wenn nicht jetzt hätten wir in Verbundenheit gemeinsame Vorgehensweisen akkordieren sollen? Und, was haben wir gesehen? Jeder gibt dem Nachbarn noch Eine mit. Das führt zu kaltem Revanchismus der uns zerrüttet. Vielleicht war dieser dumpfe, nationale, machtpolitisch motivierte Reflex ein Phänomen, das wir nur in der Ouvertüre der Krise gesehen haben und vielleicht kommen wir noch zur Besinnung – oder unsere Regierungschefs. Im Sinne des Volkes war das bisherige Vorgehen nicht. Wir brauchen echte Leadership nicht nationalistische Pseudo-Leadership.

Tut die Wirtschaft ausreichend ihre Pflicht, in dem sie den Reglements der Regierung folgt? Oder wie viel Verantwortung sehen Sie bei den Unternehmern und Unternehmen?

Viel, weil überall die Rahmenbedingungen anders sind. Natürlich hat die Regierung Maßnahmen und Regulatorien in die Unternehmen hineingebrochen. Die sind aus meiner Sicht auch weitgehend sinnvoll, wenn auch mitunter mühsam. Aber wir müssen uns darauf verständigen, dass wir Einschnitte setzen. Da ist zügig reagiert worden und das kann man durchaus loben, finde ich, wie sich die Politik hier klar kommittiert hat: Menschenleben vor Umsatzzahlen. Aber diese Diskussion ist noch nicht abgeschlossen. Aktuell müssen wir sie expliziter führen. Was ist die Gefährdung eines Menschenlebens wert. Was bedeutet Leben insgesamt? Und daraus hervorgehende Fragen wie: Zweiter Lockdown oder nicht? Das sind ganz diffizile Diskussionen und auf ganz dünnem Eis, weil es eben der Parameter Menschenleben ist, mit dem wir kalkulieren. Und das ist fast unaussprechbar. Aber wir kommen dem nicht aus. Auch wenn es öffentlich ein bisschen vernebelt wird. Die Formel, wie viele Tote und Krankheitsfälle wir zulassen wollen, die wird nicht Schwarz auf Weiß in der ZiB1 gesendet. Aber natürlich gibt es solche Excel Sheets. Und bei der Frage, ob wir Autofahren generell verbieten oder nicht gibt es diese Statistiken auch. Das war ein jahrzehntelanger impliziter Aushandlungsprozess innerhalb unserer Gesellschaft.

Denken Sie, Sie werden noch einmal einen Sprung wagen, oder haben Sie für sich persönlich ihren Platz gefunden?

Im März habe ich meiner Frau nach eineinhalb Jahren Neuerfindung gesagt: Jetzt bin ich da angekommen, wo ich hinwollte. Es ist nicht mehr zu viel, nicht mehr zu wenig. Ich habe super spannende Aufträge, bin viel auch international am Weg aber trotzdem nicht zu viel auf Achse. So. Dann kam Covid und hat auch meine Neuerfindung zu 80% lahmgelegt. Das heißt ich bin gerade in der Neuerfindung der Neuerfindung und mache mehr zum Beispiel bei story.one, eine Geschichtenplattform, bei der ich Mitgründer bin. Das bereitet mir große Freude. Insofern hat Corona auch mich massiv beeinflusst. Ich habe viel mit Konferenzen, mit Vorträgen, Keynoting und mehr gearbeitet, wo man Leute vor Ort einbindet. Das liegt alles auf nicht absehbare Zeit flach. Ich will nicht jammern, aber es hält mich auf Trab. Freilich ist so eine Neuerfindung anstrengend, aber ich liebe es auch. Weil sie mit vielen offenen Fragen verbunden ist. Natürlich auch mit manchen leeren Metern, wo du Dinge ausprobierst, wo du nach zwei Monaten sagst: Aha, das doch nicht. Plan B, C, D, bitte anfahren.

Strolz in Zahlen

  • 1973: Geboren
  • 1990/91: Landesschulsprecher Vorarlberg
  • 1996-98: Vorsitzender der ÖH Innsbruck (HochschülerInnenschaft)
  • 2000: Geprüfter Unternehmensberater
  • 2001: Gründung der ic2 consulting GmbH
  • 2003: Doktorat in Klagenfurt
  • 2005: Heirat
  • 2008: Geschäftsführung der promitto GmbH
  • 2012: Gründung NEOS
  • 2013: Nationalratsabgeordneter
  • 2018: Rückzug aus der Politik
  • 2019: Portfolio-Unternehmer, Mitgründung story.one, Bestseller-Autor

Digitales Lagerfeuer

story.one lädt alle dazu ein, ihre Geschichten aus dem echten Leben zu erzählen – jeweils in gut lesbarem 2.500-Zeichen Format. Auf Wunsch kann aus den eigenen Geschichten auch ganz einfach ein Buch entstehen. Mit dem Projekt haben es sich die Plattform-Gründer (Hannes Steiner, Martin Blank und Matthias Strolz) zum Ziel gesetzt, der führende Geschichten-Hub weltweit zu werden – eine Mission, die sie gerade in Zeiten von Unsicherheit und Social Distancing als besonders wertvoll erachten: Geschichten verbinden. Aktuell sind dort rund 29.000 frei verfügbare Erzählungen wahrer Begebenheiten zu finden.

MATTHIAS STROLZ, UNTERNEHMER UND IMPACT-ENTREPRENEUR
Beitrag teilen: